Rumms!

Endlich war es wieder soweit. Der traditionelle Schlagzeugabend der Jugendmusikschule bei den Kulturtagen fand wieder statt. Noch mehr Mitwirkende, noch mehr Zuschauer, noch mehr Instrumente und ein noch vielfältigeres Programm, da stellt sich manchem die Frage, wo das noch hinführen soll.
Die Aula der Realschule war prall gefüllt als sich gleich zu Beginn 15 Schlagzeuger (Max Busse, Nicolas Baumgartner, Lukas Courad, Jonas Ernstberger, Nils Klimesch, Tim Knaus, Robin Knopf, Nico Lakatos, Philipp Merz, Jan Metzger, Lukas Panni, David Rüppel, Allessia Sallutio, Tim Stadtmüller undPaul Weiser) bei der „Großen Seeschlacht“ akustisch duellierten. Das war eindrucksvoll und hat auch die jüngsten Zuschauer wieder in den Hellwach-Zustand versetzt. Es lohnte sich dann auch gleich aufmerksam zuzuhören als Maximilian Klick das stimmungsvolle „Twilight Outrider“ auf den Pauken spielte.
Die ganze Bandbreite von Drum Set und Snare Drum zeigten Niklas Köstel, Maximilan Brecht, Lorenzo Di Leo, Dominik Thißen, Julian Fellhauer Jan Seeland, Luca Wottawa, Mevlüt Özel, Nils Klimesch, David Rüppel und Karla Kellner bei ihren Solo-Beiträgen im Laufe des Abends. Das bewegte sich vom „Elephant Beat“ bis zum „Greenday“-Klassiker “Wake Me Up Before September Ends“. Großer Applaus war den jungen Künstlern jeweils sicher und jeder von ihnen hätte hier noch ein paar Worte zu seinem Stück verdient.
Ein weiteres Projektensemble mit Alexander Aschekowski, Arman Kesis und Leon Kowarschik lieferte mit ausgeklügelten Akzentverschiebungen zwischen Snare Drums und Toms eine hervorragende und konzentrierte Performance ab.
Frisch dabei an diesem Abend war das neue Marimbaphon der Musikschule. Mit seinen zweieinhalb Metern Länge,einem Bassumfang bis zum großen „C“ und 100 Kilogramm „Lebendgewicht“ war es schon alleine optisch eine imposante Erscheinung. Welche zarte und bezaubernde Klänge es zaubern kann zeigten Hannah und Maximilian Schwarz bei Filmmusik aus „Das fabelhafte Leben der Amélie“. Welche erdige Kraft aber auch in ihm steckt bewiesen Isamel Streit und Sören Lehn bei dem Hit „Rolling in the deep“ von Adele, begleitet von Max Busse, Felix Jochum, Jan Metzger und Paul Weiser an diversen Rhythmusgeräten. Stilistisch einen weiteren Sprung machte Ismael Streit, der seine rasanten Improvisationskünste bei dem Jazz-Standart „Birk´s Works auspackte. Ebenfalls vertreten war die klassische Duo-Konstellation Marimbaphon/ Vibraphon mit zwei sehr anspruchsvollen Werken von David Friedman und Nils Rohwer, die Maximilian Schwarz gemeinsam mit seinem Lehrer Roland Preuß virtuos darbot.
Es ist großartig, dass der Musikunterricht an der Jugendmusikschule auf attraktiven und professionellen Instrument möglich ist. Dies wussten auch die Zuschauer zu schätzen, die spontan 285 Euro spendeten, damit der Instrumenten-Etat nach der Anschaffung des neuen Marimbaphons wieder aufgefüllt werden kann. Bäcker Andreas Würker stellte ein weiteres mal seinen Transporter zur Verfügung und packte neben einigen Schülern selbst tatkräftig beim Transport der vielen Instrumente mit an.
Für das große Finale hatte Schlagzeuglehrer Alex Fies ein tolles Ensemble mit afrikanischen Trommeln auf die Beine gestellt. Traditionelle „Malinke“ Rhythmen wurden sehr authentisch, mit Originalinstrumenten und diversen beeindruckenden Soloeinlagen gespielt. Karla Kellner, Ismael Streit, Melissa Schmidt, Patrick Würker, Friedrich Hoffmann, Luca Wottawa, Hannah Schwarz, Maximilian Schwarz ernteten dafür einen Riesenapplaus. Alle Akteure des Abends kamen noch einmal auf die Bühne und ließen sich feiern.
An diesem Abend blieb kein Wunsch offen. Nein, halt. Es sollte noch viel mehr Schlagzeugschülerinnen geben um die männlich Übermacht aufzubrechen. Schon lange ist das Schlagzeugspielen keine Jungssache mehr. Dafür gibt es mehr als ausreichend Beispiele in der Profiwelt und natürlich auch beim Schlagzeugabend in Östringen.

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